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Tierische Nebenprodukte

Was sind denn überhaupt die häufig verteufelten Nebenprodukte?

Futterhersteller sind oft geradezu stolz darauf, keine solchen Nebenprodukte zu verarbeiten. Nebenprodukte klingt so abfällig, nach Abfall eben. Und so wird daraus ein tolles Werbeargument. Immer wieder liest man Werbung nach dem Muster: „Enthält nur Fleischanteile, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind, keine tierischen Nebenprodukte.“ Das soll den Eindruck besonders hoher Qualität vermitteln. Ein Beutetier besteht aber nicht nur aus Muskeln, sondern aus allem, was den Körper ausmacht, aus Blut, Gehirn, Innereien, Knochen, Sehnen, Bändern, Nerven, Fette, Haut und auch dem Darminhalt. Kein Teil sollte im Futter fehlen. Der Hund braucht sie unbedingt, wenn er gesund bleiben soll.

Lassen wir Kategorie 1 beiseite. Solche Kadaver stellen eine Gefahr für Tiere und Menschen dar. Sie müssen vernichtet werden. In diesem Zusammenhang müsste man über die perverse Form der modernen Tierhaltung sprechen.

Auch an Kategorie 2-Fleisch kommt man gar nicht erst heran. Es wird in Abdeckereien entsorgt. In der Wildnis wären das allerdings Kadaver, für die Beutegreifer, aber vor allem Aasfresser dankbar wären, denn sie wären ihnen ja, wie im Schlaraffenland ohne Aufwand vors Maul gefallen.

Gegen Nebenprodukte der Kategorie 3 im Hundefutter ist auf keinen Fall etwas einzuwenden. Das sind ja vor allem Teile, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht zum menschlichen Verzehr verwendet werden, also bei Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung übrig bleiben. Beispiele: Stichfleisch, Sehnen, Kutteln ...

Die meisten Teile können auch Menschen essen, wenn sie es auch hier in Europa nicht oder nicht mehr tun. In anderen Erdteilen wird vieles gegessen, sogar als Delikatesse, was wir verschmähen. In unserer Überflussgesellschaft werden nur etwa 50 % eines Schlachttieres verzehrt, die andere Hälfte wird entsorgt.

Eine Komponente fällt sofort auf, die fast immer in den Futtern fehlt: Blut. Blut ist aber gerade das erste und wichtigste, was ein Raubtier von seiner Beute bekommt. Zuerst wird immer das Blut aus der tödlichen Wunde geleckt. Blut ist das Haupttransportmittel, in dem alle Nährstoffe und Vitalstoffe enthalten sind, die ein Körper braucht, auch der Ihres Hundes. Blut gerinnt und färbt Futter dunkel, das sieht nicht so hübsch aus. Aber darf es denn darauf ankommen? Verzichten Sie nie auf Blut!

Interessant auch die Haare. Alle Beutegreifer, so auch unsere Hunde, fressen das Fell der Beute. Auch das konnten Sie im Film sehen. Haare sind das beste Mittel gegen Würmer; auch Pflanzenhaare wirken so. Darüber wurde an Wildtieren inzwischen viel geforscht und herausgefunden. Wer aber chemische Entwurmungsmittel verkaufen will, schweigt darüber. Im Fleischknochenmehl, das man kaufen kann, sind immer auch einige Haare enthalten, und es gibt eine Anzahl Kräuter, vor allem solche mit Gerbstoffen und Bitterstoffen, die von Würmern gar nicht geschätzt werden. Dazu gehören Beifuss, Wermut, strahlenlose Kamille, Origanum und Thymian. Weitere Hilfen gegen Verwurmung sind Kokosraspeln und Kokosöl.

Tierische Nebenprodukte
Durch die Verordnung (EG) Nr. 1069 /2009 werden die tierischen Nebenprodukte in drei Kategorien eingeteilt:

Kategorie 1
stammt überwiegend von Tieren, die von Tierseuchen betroffen waren, so auch beispielsweise von einer transmissiblen spongiformen Enzephalopathie (TSE), zu der auch BSE gehört. Unter diese Kategorie fallen auch die so genannten „spezifizierten Risikomaterialien“ (SRM).

Kategorie 2
erfasst Körperteile von Tieren, die durch andere Ursachen als eine Tierseuche zu Tode kamen und / oder nicht geschlachtet werden konnten („gefallene Tiere“), weil sie als nicht schlachttauglich bzw. nicht zur Schlachtung zugelassen eingestuft wurden.

Kategorie 3
enthält die tierischen Nebenprodukte aus Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht zum menschlichen Verzehr verwendet werden, also übrig bleiben. Die verschiedenen tierischen Nebenprodukte müssen vom Anfall bis zur Beseitigung nach Kategorien strikt getrennt bleiben. Findet eine Vermischung verschiedener Kategorien statt, teilen die gesamten tierischen Nebenprodukte das Schicksal der „schlechteren Kategorie“. Das ist besonders wichtig für die Verarbeitung und spätere Verwertung, die in der Verordnung (EG) Nr. 1069 / 2009 ausführlich beschrieben sind. http://www.stn-vvtn.de/kontakt.php

Sogenanntes K3-Material bezeichnet vor allem Abfälle und Nebenprodukte aus Schlachtbetrieben, Küchen- und Speiseabfälle, für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignete Lebensmittel tierischen Ursprungs, Rohmilch, frischen Fisch oder frische Fischnebenprodukte. Daneben finden sich hier auch Tierteile, die zwar zum menschlichen Verzehr geeignet sind, für die es jedoch im betreffenden Land wenig Nachfrage gibt, beispielsweise Kutteln, Zunge und weitere Innereien. Es darf ausschließlich zu Tierfutter weiterverarbeitet werden. In Deutschland ist darüberhinaus die Verfütterung von Fetten aus Geweben warmblütiger Landtiere und von Fischen an Wiederkäuer verboten. Fette aus Geweben warmblütiger Landtiere dürfen in Deutschland auch nicht an andere zur Lebensmittelgewinnung dienende Tiere und Pferde verfüttert werden. K3-Material ist wiederholt Ausgangspunkt für die Lebensmittelskandale rund um das sogenannte Ekelfleisch.

Zum K3-Material gehören

  • Küchen- und Speiseabfälle, soweit nicht aus grenzüberschreitendem Verkehr
  • Fische oder andere Meerestiere, sowie Fischabfälle (ausgenommen Meeressäugetiere)
  • Ehemalige tierische Lebensmittel, die aus anderen, nicht gesundheitsschädlichen Folgen, z.B. Verpackungsmängeln, für den menschlichen Verzehr nicht mehr bestimmt sind
  • Schlachtkörperteile, die genussuntauglich sind, die jedoch keine Anzeichen einer übertragbaren Krankheit zeigen und die von Tieren stammen, die genusstauglich sind
  • Rohmilch
  • Schalen, Brütereinebenprodukte und Knickeiernebenprodukte von klinisch
  • unauffälligen Tieren
  • Haare, Pelze, Hörner usw. von klinisch unauffälligen Tieren
  • Tierische Abfälle aus der Lebensmittelindustrie
  • Häute, Hufe und Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren, die nach einer Schlachttieruntersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden
  • überlagertes Fleisch
  • minderwertiges Fleisch
  • Fleisch von Tieren unter erheblicher Stressbelastung
  • Blut von Tieren (nicht von Wiederkäuern), die nach einer Untersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden
  • Tierische Schlachtkörperteile und Nebenprodukte, die bei der Herstellung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen angefallen sind, und entfettete Knochen und Grieben

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