Kennen Sie diese Mythen und Irrtümer?

1. Wenn ein Hund rohes Fleisch und/oder Blut frisst, wird er aggressiv

Das ist in der Tat ein Mythos welcher sich hartnäckig hält und unter Hundebesitzern immer noch, ein zum Teil kontroverses Thema ist.

Das muss es aber gar nicht, denn diese Behauptung ist schlicht und einfach falsch und ein Irrglaube. Hunde werden von rohem Fleisch oder frischem Blut weder aggressiv noch blutrünstig. Die schaurigen Märchen über einen aggressiven, menschenfressenden Hund, wie den der Baskervilles, ist Fiktion und kommt nur in Romanen vor.

Was eine solche Rohfütterung allerdings bewirken kann, ist dass sich das Verhalten des Hundes leicht verändert und er sogar ruhiger und gelassener werden kann, dadurch dass die Rohfütterung seinen gesamten Stoffwechsel und seine Verdauung weniger belastet. Die zu verdauenden Proteine und Kohlenhydrate sind in der Form oft viel einfacher zu verstoffwechseln.

Hinzukommt, dass Blut ein wichtiger Bestandteil gesunder Hundeernährung ist. Dieser Aspekt ist heutzutage leider in Vergessenheit geraten, da Trockenfutter sehr verbreitet sind. Aber vielleicht haben Sie ja bereits die Erfahrung mit Ihrem Vierbeiner gemacht und gemerkt, dass wenn er eine Mahlzeit bekommen hat wo noch etwas Blut mit im Napf war, er dieses genüsslich bis zum letzten Tropfen abgeleckt hat. Man stellt auch fest, dass Rudelhunde welche eine ganze Beute wie z.B. ein ganzes totes Schaf, vorgelegt bekommen, sich zuerst den Innereien und dem vielleicht noch warmen vorverdauten Mageninhalt widmen und demnach auch das Blut mit aufnehmen, bevor sie sich die Gliedmassen vornehmen. Entgegengesetzt vieler Meinungen, ist dies ein absoluter Leckerbissen für Hunde.

Fakt ist, dass eine ausgewogene Rohfütterung, die bestmögliche, artgerechteste und natürlichste Fütterung Ihres Hundes darstellt. Sie können also völlig beruhigt sein und Ihrem besten Freund gerne mal etwas frisches Fleisch mit Blut vorlegen, er wird sich sehr über dieses Festmahl freuen.

2. Wenn ein Hund Wild frisst, beginnt er zu jagen

Auch diese Aussage hört man häufig im Zusammenhang mit Hundeernährung. Der kleine Jack Russel Terrier, der jedem Kaninchen und allen Rehen im Wald nachstellt, nur weil ihm mal eine solche Proteinquelle gefüttert wurde.

Das ist natürlich ein Ammenmärchen und hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Viel mehr im Gegenteil, die verschiedenen Sorten Wild werden heutzutage in vielen Hunde- und Katzenfuttern verarbeitet, da sie leicht bekömmlich sind und sich ideal als hypoallergenes Futter für sensible Tiere eignen.

Die Ernährung, sprich die Proteinquelle des Fleisches kann vieles beeinflussen, jedoch keinesfalls den Jagdtrieb Ihres besten Freundes. Dafür sind ganz andere Faktoren zuständig wie z.B.:

  • Die Rasse: ist es z.B. ein Terrier oder Schweißhund, ist es völlig normal, denn das sind nun mal Jagdhunde mit extrem ausgeprägtem Jagdverhalten und Spürsinn.
  • Bei Nicht-Auslastung: Einige Hunde, welche eigentlich gar keine "Jäger" sind, beginnen Spuren aufzunehmen und querfeldein Wild nachzujagen, weil es Ihnen an Auslastung fehlt und sie sich so eine neue Herausforderung suchen.
  • Aus Spass: Einige Hunde haben schlicht und einfach Spass, allem was sich bewegt nachzujagen. Sie sehen darin ein Spiel und in dem Moment ist es für den Hund unwichtig ob es Wild, ein Spaziergänger oder ein Spielzeug ist, Hauptsache es bewegt sich und macht auch noch Lärm.


3. Ist Schweinefleisch schädlich oder sogar tödlich?

Einem Hund oder einer Katze darf niemals Schweinefleisch gefüttert werden, sonst stirbt das Tier. Warum trifft man eigentlich immer wieder auf diese Aussage? Woher kommt diese Ablehnung zu Schweinefleisch für Hund und Katze?

Ursache, ist das sogenannte Aujeszky-Virus. Das Aujeszky-Virus ist ein Herpesvirus, dessen Hauptwirt das Schwein ist, deswegen nennt man es auch das "Suid Herpes Virus 1", "Schweine Herpes Virus Typ 1". Katzen und Hunde sind für das Aujeszky-Virus ein sogenannter "Endwirt", das bedeutet, dass sie sich zwar mit dem Virus infizieren und daran erkranken können, sie es allerdings nicht wieder ausscheiden. Wenn Hunde und Katzen das Virus aufnehmen, dauert es ca. zwei Tage bis die Aujeszky'sche Krankheit ausbricht. Die Tiere bekommen eine Gehirn- und Rückenmarksentzündung, an der sie innerhalb von wenigen Tagen sterben. Zu Beginn ähneln die Symptome denen der Tollwut, weswegen Aujeszky auch als "Pseudowut" bekannt ist.

Und jetzt das ABER:

  • Das betrifft ausschließlich rohes Schweinefleisch, primär vom Hausschwein. Erhitztes und getrocknetes, gekochtes oder in Trocken- oder Nassfutter verarbeitetes Schweinefleisch ist absolut harmlos und stellt überhaupt kein Problem für Ihr Tier dar.
  • Das Schwein muss mit dem Aujeszky-Virus infiziert sein. Die meisten mitteleuropäischen Länder gelten seit 2004 als Aujeszky-Virus-frei.
  • Einer der beliebtesten Kauartikel auf dem Markt ist das Schweineohr, demnach müssten tausende Hunde schon am Aujeszky-Virus gestorben sein


Sie brauchen sich also keine großen Sorgen bezüglich Schweinefleisch im Hunde- oder Katzenfutter zu machen, denn die Chancen, dass sich Ihr Tier mit dem Aujeszky-Virus infiziert, gehen fast gegen Null.

4. Trockenfutter hilft gegen Zahnstein

Diese Aussage entspricht natürlich nicht der Wirklichkeit und ist weder erprobt noch bewiesen.

Einige vertreten die Meinung, dass durch die etwas härtere Krokette, Abrieb beim Kauen entsteht und somit die Zähne von Zahnstein befreit bzw. die Zahnsteinbildung vermindert wird. Der dabei entstehende Abrieb ist jedoch so gering da die Krokette gleich zerbröselt, dass keine positive Wirkung für die Zahnsteinhemmung erzielt werden kann.

Im Gegenteil, viele qualitativ schlechte Trockenfutter, enthalten viel Stärke in Form von Getreide, welches die Zahnsteinbildung eher beschleunigt als sie zu verlangsamen.

Füttern Sie Ihrem Liebling regelmässig Knochen und härtere Kauartikel um somit auf natürliche Weise die Zahnsteinbildung einzudämmen.

Zahnstein bei Hund und Katze ist sehr oft auch genetisch bedingt, so findet man z.B. Hunde welche ohne weitere Prophylaxe, in hohem Alter immer noch schöne saubere Zähne haben, während sich bei jüngeren Hunden bereits früh Zahnsteinbildung erkennen lässt.

5. Nassfutter fördert Zahnstein

Ähnlich wie bei der Zahnstein-Aussage bezüglich des Trockenfutters, ist auch diese Behauptung falsch und nicht bewiesen.

Nassfutter fördert Zahnstein nicht mehr oder minder wie ihn Trockenfutter hemmen soll. Ob Nass- oder Trockenfutter, die meisten Tiere entwickeln über die Jahre Zahnstein, was eigentlich ein natürlicher Vorgang ist, wie er beim Mensch auch zu erkennen ist.

Füttern Sie Ihrem Liebling regelmässig Knochen und härtere Kauartikel um somit auf natürliche Weise die Zahnsteinbildung einzudämmen.

Auch hier gilt: Zahnstein bei Hund und Katze ist sehr oft auch genetisch bedingt, so findet man z.B. Hunde welche ohne weitere Prophylaxe, in hohem Alter immer noch schöne saubere Zähne haben, während sich bei jüngeren Hunden bereits früh Zahnsteinbildung erkennen lässt.

6. Nassfutter fördert Mundgeruch

Viele Haustierbesitzer glauben, dass das Verabreichen von Nassfutter für Hunde und Katzen zwangsläufig zu schlechtem Atem führt. Dem ist aber nicht so, zumindest nicht wenn es sich um hochwertiges Dosenfutter ohne die Verarbeitung von Abfallprodukten handelt.

In der Tat behält das Tier den Geruch des Nassfutters etwas länger im Maul, danach verfliegt dieser aber schnell und ein gesundes Tier dürfte dann nicht mehr übel aus dem Maul riechen. Falls doch, liegt ein anderes Problem vor und man sollte das Tier unter Beobachtung behalten. Probleme könnten z.B.: Übersäuerung, Sodbrennen, Giftgase im Magen-Darm-Trakt, schlechtverdaubares Futter oder ähnliches sein.

Sie können Ihrem Haustier also weiterhin beruhigt hochwertiges Nassfutter füttern ohne negative Begleiterscheinungen von exzessivem Mundgeruch.

7. Rotstich im Fell durch falsches Futter?

Viel diskutiert wird auch immer wieder die Ursache eines eventuellen Rot-Schimmers im Fell bei Rassen mit hellem oder weissem Fell.

In der Tat kann es vorkommen, dass bei der Fütterung von zu viel Möhren zum Beispiel, das darin enthaltene Karotin, das Fell rötlich färben kann. Dasselbe gilt für einen zu hohen Kupfergehalt im Futter. Dies ist aber wieder von Hund zu Hund verschieden und wirkt sich unterschiedlich aus.

Jedoch muss man sagen, dass es bei sehr vielen Hunden genetisch bedingt ist. So können Hunde der gleichen Rasse aber aus verschiedenen Zuchtlinien eine ganz andere Fellstruktur und Fellfärbung bei gleicher Fütterung aufweisen.

Deswegen lassen Sie sich nicht verunsichern, nur weil Sie Ihrem Liebling eine Möhre gegeben haben.

8. Hund und Katze, reine Fleischfresser?

Der Hund ist ein reiner Fleischfresser und er sollte auch sonst nichts gefüttert bekommen außer Fleisch! Diese Behauptung ist absolut unwahr und bei Ausführung sogar sehr gefährlich für Ihr Tier.

In der Tat liebt der Hund Fleisch, deswegen ist er aber noch lange kein Nur-Fleischfresser. Biologisch gesehen ist der Hund ein Tierfresser, sprich er frisst fast alles von einem Tier, wenn er es denn jagen könnten und in freier Wildbahn leben würde. Dazu gehören natürlich Innereien aber auch Knochen und der vorverdaute Mageninhalt seiner Beute. Letzterer enthält oft Gräser, Pflanzen, Kräuter, sowie Obst, Gemüse und Beeren.

Es ist die Kombination aus allem, welche die Mahlzeit komplett und artgerecht macht. Ähnlich wie beim Mensch, ist auch beim Hund eine einseitige Ernährung falsch. Wenn Sie den Hund nur mit purem Fleisch füttern, wird es nicht lange dauern bis er Mangelerscheinungen aufweist und krank wird.

Also, denken Sie daran, Ihren Hund ausgewogen zu ernähren. Fleisch ist unabdingbar, gerne auch im Wechsel mit Fisch. Gemüse, Kräuter und Obst gehören unbedingt zum Speiseplan Ihres besten Freundes hinzu.

9. Viel Calcium

Um ein gesundes Knochenwachstum zu fördern, müssen insbesondere Welpen viel Calcium verabreicht bekommen. Diese Aussage ist falsch und kann zugleich gefährlich sein für Ihr Tier.

Wichtig ist bei allen Hunden, ob Welpe, erwachsener Hund oder Senior, ein ausgewogenes Calcium-Phosphor Verhältnis im Futter.

Das Verhältnis 1,3 (Ca) zu 1 (P) wird als normal und ausgewogen angesehen. Diese Werte sind sehr wichtig, damit Ihr Hund langsam und gleichmässig wächst und der Knochenaufbau kontrolliert passiert. Somit ist im Normalfall eine gesunde, starke Knochenbildung gewährleistet und das Risiko im Alter mit Hüft- oder Gelenkproblemen kämpfen zu müssen, wesentlich geringer.

Füttert man zu viel Calcium, kann sich dies sehr negativ auf das Wachstum Ihres Hundes auswirken. Eine zu hohe Calcium-Dosierung, bewirkt ein zu schnelles Wachstum des Tieres und das Knochengerüst kann sich somit nicht korrekt ausbilden. Die Knochen wirken zwar grob und stark, der Schein jedoch trügt da sie innen nicht verdichtet sind und deswegen viel schwächer sind als bei verlangsamten Wachstum. Eine exzessive Calcium-Versorgung ist vor allem für große Rasse sehr schädlich.

Hier ist nun eine Auflistung an sehr Calciumhaltigen Produkten, welche Hunden öfters zum Fressen angeboten werden und zusätzlich zu den oft schon ausgewogenen Mahlzeiten gefüttert werden:

  • Hüttenkäse
  • Hartkäse
  • Knochen
  • verschiedene Obst- und Gemüsesorten
  • Eier
  • Eierschalen(mehl)
  • Hagebuttenschalen
  • Algenkalk
  • Seealgenmehl
  • Fleischknochenmehl


Gehen Sie also vorsichtig mit Calciumhaltigen Produkten um und versuchen Sie das Calcium-Phosphor Verhältnis im Gleichgewicht zu halten, damit Ihr Hund ein natürliches Wachstum mit starken, gesunden Knochen erlebt.

10. Knochen sind gefährlich

Der Hund darf keine Knochen bekommen, da diese splittern und das Tier verletzen werden.

Diese Behauptung hört man häufig in Verbindung mit der Hundefütterung. Leider muss auch diese Aussage sehr differenziert betrachtet werden.

Knochen dürfen immer nur roh und nie gekocht gefüttert werden, denn ein roher Knochen splittert nicht. Ein roher Knochen enthält viel Feuchtigkeit, während beim gekochten Knochen der Feuchtigkeitsgehalt wesentlich niedriger ist und er deswegen eher splittert.

Rohe Knochen sind sehr wichtig für eine artgerechte Hundeernährung, sie pflegen Zähne und Zahnfleisch und fördern den natürlichen Kautrieb Ihres besten Freundes. Hinzukommt, dass ein natürlicher Knochen, vom Rind, Lamm, Wild, oder Geflügel z.B., noch frische Fleischstücke aufweist und keinerlei chemische Zusatzstoffe enthält oder in einem chemischen Bad gereinigt wurde, also Natur pur für Ihren Vierbeiner!

Sie haben noch nie Knochen verfüttert? Dann probieren Sie es gerne einmal aus, Ihr Hund wird sich freuen. Bei knochenunerfahrenen Hunden nach und nach beginnen mit kleineren, weicheren Knochen, damit er sich an den neuen Leckerbissen gewöhnen kann.

11. Tierische Nebenerzeugnisse = Abfall?

Tierische Nebenerzeugnisse sind Abfall und gehören nicht ins Futter!

Auch diese Aussage ist nur zum Teil wahr und muss weiter erläutert werden.

Nebenerzeugnisse sind, wenn nicht offen deklariert, in den meisten Fällen in der Tat Schlachtabfälle bis hin zu Federn, Fell, Füssen oder Köpfen. Dies nennt man eine geschlossene Deklaration, hier ein Beispiel einer solchen Zusammensetzung:

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Milch und Molkereierzeugnisse (4%), Eier und Eierzeugnisse (4%), pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Zucker.


Das ist sehr unschön und vor allem nicht transparent für den Kunden, denn wüsste dieser um die verarbeiteten Zutaten, würde er dieses Futter nicht kaufen.

Sind Nebenerzeugnisse allerdings offen deklariert, also so z.B.:

  • Rindfleisch 42%, tierische Nebenerzeugnisse: Rinderherz 20%, Rinderlunge 15%, Rinderschlund 10%, Rinderleber 5%,


dann zeugt dies von einem sehr guten Futter, welches alle Fleisch-Zutaten, außer Muskelfleisch als Nebenerzeugnisse transparent und gut sichtbar für den Kunden angibt. In dem Fall hat der Hersteller nichts zu verbergen und man spricht von einer offenen Deklaration. Diese Angaben gelten sowohl für Nass-, als auch für Trockenfutter oder Leckerlies.

Als Info bleibt noch zu sagen, dass mindestens 4% von einem Inhaltsstoff enthalten sein müssen, damit der Hersteller dies beispielsweise als Fleischsorte ausweisen kann. Wichtig ist also, einen prüfenden Blick auf die Zusammensetzung auf den Verpackungen zu werfen, bevor man sich für ein Futter entscheidet.

12. Katzen mit Kuhmilch füttern?

Ich gebe meiner Katze öfters frische Milch, das liebt sie und sie kann nicht genug davon bekommen!

Dass Katzen Milch mögen ist unbestritten, jedoch sollte Frischmilch nicht auf dem Speiseplan stehen, denn Katzen sind laktoseintolerant und vertragen Kuhmilch sehr schlecht. Bei den meisten Tieren löst der Verzehr von Kuhmilch Magen- und Darmprobleme aus und kann zu Brechreiz und Durchfall führen. Bei Freigängern ist das natürlich schwieriger zu kontrollieren oder festzustellen.

Im Prinzip braucht eine Katze keine Milch wenn sie ausgewachsen ist. Wilde Tiere, wie Tiger oder Wildkatzen, trinken im erwachsenen Alter nur Wasser. So ist es von der Natur vorgesehen.

Sollten Sie dennoch Milch verabreichen wollen, dann achten Sie darauf, dass Sie laktosefrei ist oder entscheiden Sie sich für spezielle Katzenmilch.


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