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Der Hund

Herkunft, Verbreitung, Domestikation
Viele Jahre spekulierte die Wissenschaft ob der Hund nun vom Kojoten, Wolf oder Schakal abstammt. Eine 1997 in Amerika durchgeführte DNA-Studie belegt jedoch zweifellos, dass der Wolf (Canis lupus) der Stammvater aller heutigen Hunderassen ist.

Der Wolf stammt aller Voraussicht nach vom Credonten, dem vorherrschenden Raubsäugetier des frühen Tertiärs (vor ca. 66 Millionen Jahren) ab. Der Credont war weit verbreitet und lebte in Eurasien, Nordamerika und Afrika. Das Ende des Miozäns markierte auch das Ende der Credonten.

Aus dem Credont entstand über Millionen von Jahren das fleischfressende Säugetier Miacis. Das Miacis hatte ein vergleichsweise großes Gehirn. Arten der Gattung Miacis wurden ca. 30 cm lang. Ihr Auftreten ähnelt dem des heutigen Wiesels oder auch des Hundes. Das Miacis ist verwandt mit den heutigen Bären, Hunden, Katzen und auch dem Wolf.

Miacis' lebten in Wäldern, waren Fleischfresser und konnten gut klettern. Auf dem Speiseplan des Miacis standen zudem auch Früchte und Eier. Ihre Beute waren zumeist kleine Reptilien, Vögel und andere kleine Säugetiere. Das Tier lebte im Paläozän und im Eozän. In diesem Zeitraum war die gesamte Erde von Wäldern bedeckt, welche den perfekten Lebensraum für Miacis darboten. Mit dem Verschwinden der Wälder, gegen Ende des Eozäns, starb auch das Miacis aus.

Ersten Anzeichen von Wolfsvorkommen traten vor ca. 2 Millionen Jahren auf. Fossilienfunde von Wölfen, welche in Eurasien gefunden wurden, stützen die Theorie, dass sie sich von dort aus über die gesamte Nordhalbkugel ausbreiteten. Die Wölfe mussten sich dabei an verschiedene klimatische und geografische Umgebungen anpassen und so entstanden die einzelnen Wolfsunterarten. Die große Verbreitung des Wolfes, von den dürren Wüsten im Orient oder dem gemäßigten Klima Europas, zu den kargen Steppen der Tundra bis hin zu den borealen Nadelwäldern der Taiga, zeugt von der Robustheit und Vielseitigkeit des Wolfes und macht ihn zu einem der anpassungsfähigsten Säugetiere überhaupt.

Der heutige Haushund (Canis lupus familiaris) wird als Heim- und Nutztier gehalten. Seine wilde Stammform ist also der Wolf, dem er als Unterart zugeordnet wird. Die Domestikation des Hundes kann zeitlich nicht genau bestimmt werden, aber wissenschaftliche Schätzungen variieren zwischen vor 15.000 und 100.000 Jahren.

Vermutlich gewöhnten sich Mensch und Wolf langsam aneinander, zum einen, da sie Jagdgefährten waren und sich von den selben Tieren ernährten, zum anderen, weil die Hierarchie in ihren Gruppen sehr ähnlich aufgebaut ist. Irgendwann verringerte sich die Distanz zum Menschen so sehr, dass wohl Wolfswelpen in der Nähe von Menschen und sogar mit Menschen aufwuchsen. Demnach, gewöhnte sich der Wolf an dieses Leben und blieb immer mehr in der Nähe des Menschen.

Der Hund gilt als das älteste domestizierte Haustier des Menschen, wesentlich älter als z.B. Ziege und Schaf und es gibt kein Haustier dem es gelungen ist eine solch starke Bindung zum Menschen aufzubauen und zu erhalten. Der Hund versteht es, wie kein anderes Haustier sich den Lebensbedingungen seines Umfeldes anzupassen und sich in bestehende Familienstrukturen einzufügen. Ein einzigartiges, von Vertrauen, Einfühlsamkeit und Liebe geprägtes Verhältnis zu seinen Menschen.

Körperbau, Körpermerkmale, Fell
Der FCI-Rassestandard definiert für jede Rasse individuell Aussehen und Körperbau.

Hunde haben sehr ausgeprägte Sinnesorgane, besonders der Hör- und Geruchssinn sind höchst empfindlich. Hunde können höhere Frequenzen wahrnehmen und durch die beweglichen Ohrmuscheln können Sie Geräusche viel akkurater und schneller orten als Menschen. Die Nase ist ohne Zweifel das am stärksten ausgeprägte Sinnesorgan des Hundes. So ist laut Messungen das Riechvermögen des Hundes etwa eine Million Mal besser als beim Menschen. Sein Geruchssinn ist auch deswegen so effizient weil er nasal rechts und links unterscheiden kann.

Die Fellstruktur und Fellfarben unterscheiden sich sehr bei den unterschiedlichen Rassen und Hundetypen. Man kann grob zwischen fünf Fellarten differenzieren:

  • Kurzhaar
  • Langhaar
  • Lockhaar
  • Drahthaar
  • Stockhaar


Die meisten der oben genannten Haartypen setzen sich jeweils aus Wollhaaren (Unterfell/Unterwolle) und Grannenhaaren (Deckhaar) zusammen.

Das Fell hat isolierende, kühlende sowie schützende Eigenschaften.

Alter, Grösse, Gewicht
Das Alter der Hunde kann sich sehr unterscheiden und so altern kleinere Rassen wesentlich langsamer als größere. So kann z.B. ein Cocker Spaniel 15 Jahre alt werden, während eine Dogge mit 9 bereits ein hohes Alter erreicht hat. Die Spanne reicht üblicherweise von 7 bis 17 Jahren.

Grösse und Gewicht gehen meistens gemeinsam einher und variieren, so wie das Alter, stark voneinander. So kann ein Chihuahua 2 kg wiegen, bei einer Schulterhöhe von 20 cm und ein Berner Sennenhund kann 50 kg auf die Waage bringen, bei einer Widerristhöhe von fast 70 cm. Die Spanne bei der Widerristhöhe liegt im Durchschnitt zwischen 15 cm und 85 cm und zwischen 1 kg und 80 kg beim Gewicht.

Rasseneinteilung
Im Vergleich zur Domestikation ist die moderne Rassehundezucht sehr jung und kann auf den Anfang des 19. Jahrhunderts datiert werden.

Vorreiter und Mutterland war Großbritannien, dort wurden schon bald vielfältige Verbände und Zuchtvereine gegründet.

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) wurde am 22. Mai 1911 mit dem Ziel gegründet, die Kynologie und die Rassehundezucht bei Bedarf in allen Belangen zu unterstützen und zu schützen.

Etwa zeitgleich zur Industrialisierung begann eine systematische Zucht mit dem Ziel, bestimmte äußere Merkmale zu erreichen und es wurden einheitliche Rassen gezüchtet. Die Zucht wurde in Zuchtbüchern und Ahnentafeln dokumentiert. Ausgangspunkt dieser Zucht waren aber zweckbezogen gezüchtete Hunde. Eine kynologische Systematik der Hunderassen wird von der FCI gepflegt und sie listet aktuell etwa 360 anerkannte oder vorübergehend anerkannte Hunderassen (Stand: Juli 2016). Die verschiedenen Hunderassen sind in folgende Gruppen unterteilt:

  1. Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  2. Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  3. Gruppe 3: Terrier
  4. Gruppe 4: Dachshunde
  5. Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
  6. Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  7. Gruppe 7: Vorstehhunde
  8. Gruppe 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
  9. Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
  10. Gruppe 10: Windhunde


Fortpflanzung
Hündinnen sind gewöhnlich ab dem 6. Monat geschlechtsreif, dies geschieht mit dem Eintreten der ersten Läufigkeit. Dieser Zeitpunkt kann aber auch später erfolgen, sogar bis zum 14. Monat.

Rüden erlangen ihre Zeugungsfähigkeit in etwa dem gleichen Alter.

Hündinnen haben einen durchschnittlichen Läufigkeitszyklus von fünf bis neun Monaten, welcher sich jedes Mal über etwa 3 Wochen streckt, wobei die Hündin nur an 2-3 Tagen deckbereit ist. Allerdings können diese Zahlen von Hündin zu Hündin schwanken. Rüden sind ab der Geschlechtsreife stets deckbereit.

Die durchschnittliche Trächtigkeitsdauer der Hündin beläuft sich auf 63 bis 65 Tage, die Anzahl der Welpen pro Wurf schwankt auch nach Rasse etwa zwischen drei und zwölf Tieren. Das Verhältnis zwischen dem Gesamtgewicht des Wurfs und dem Körpergewicht des Muttertiers liegt gewöhnlich bei 10–15 %.

Ernährung
Der Hund stammt vom Wolf ab - und so sollte auch seine Ernährung sein.

Leider ist der Hund heutzutage zum Allesfresser degradiert und wird oft nicht als Tierfresser wahrgenommen, was er eigentlich von Natur aus ist. Die gängigsten Futterarten für Hunde sind:

  • Trockenfutter
  • Nassfutter
  • Flockenfutter
  • B.A.R.F.


Wobei man sagen muss, dass bei den 4 Kategorien, Fleischanteil, Getreideanteil und Zusammensetzungen stark variieren können, was natürlich auch die Qualität beeinflusst. Die Mahlzeiten sollten ausgewogen, möglichst fleischhaltig und kohlenhydratarm sein.

Die Katze

Herkunft, Verbreitung, Domestikation
Der Proailurus gilt allgemein als frühester und direktester Vorfahr der Katzen. Er lebte vor etwa 20 bis 30 Mio. Jahren, war hauptsächlich in Eurasien verbreitet und ernährte sich als Raubtier fast ausschließlich von Fleisch.

Aus diesem katzenartigen Raubtier mit großen Eckzähnen entwickelte sich zuerst die Wildkatze (Felis silvestris silvestris) und später dann die Hauskatze. Es gab viele Unterarten von Katzen, die sich aber allesamt ziemlich ähnelten und sich sogar untereinander fortpflanzen konnten. Das Verbreitungsgebiet war groß und die Wildkatzen sehr anpassungsfähig.

Die Wurzeln der Hauskatze reichen bis weit in die Antike zurück. Die Falbkatze (Felis silvestris lybica) und Steppenkatze (Felis ornata) gelten als ursprüngliche Vorfahren der Hauskatze. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Domestikation bereits vor ca. 7000 Jahren in China begann, danach, etwa vor 5000 Jahren im alten Ägypten fortgesetzt wurde. Antike Artefakte, Schriften und Bauwerke erwähnen Katzen eindeutig und heben sie sogar in den Stand von Gottheiten.

Seitdem hat es immer mehr Annäherungen zwischen Katzen und Menschen gegeben, nicht zuletzt weil sich Katzen auch als nützliche Helfer erwiesen, wenn es darum ging Häuser, Ställe und Scheunen von lästigen Mäusen oder Ratten zu befreien. Später dann, wurde die Katze endgültig zum Haustier mit hohem Stellenwert und zum menschlichen Begleiter.

Die Katzen veränderten sich genetisch wenig und haben auch heutzutage immer noch ein "wildes" Wesen. Man schätzt, dass die Zahl der Katzen in Menschenobhut weltweit 600 Millionen übersteigt.

Körperbau, Körpermerkmale, Fell
Die Katze hat evolutionsbedingt den Körperbau eines Jägers bzw. eines Raubtieres. Dieser ist somit auf Schnelligkeit, Wendigkeit, Agilität und Sprungkraft ausgelegt.

Das Gehör, der Tastsinn und der Gleichgewichtssinn sind die am stärksten ausgeprägten Sinne bei Katzen. Katzen können ihre Ohren so drehen, dass sie die Geräuschrichtung exakt lokalisieren können. Die Schnurrhaare sind ein weiteres wichtiges Merkmal zum Wahrnehmen von Hindernissen und Einschätzen von Gegenständen.

Die Fellfarben sind sehr vielfältig und somit sind sehr viele Farben und Farbkombinationen möglich. Auch die Farbmuster sind sehr unterschiedlich und zahlreich. Es gibt langhaarige und kurzhaarige Katzen und sogar sogenannte Nacktkatzen, ohne oder mit nur sehr wenig Fell. Wie beim Hund, legt auch hier der Standard der Rasse erlaubte Farben und erwünschtes Aussehen fest.

Alter, Grösse, Gewicht
Die Lebenserwartung von Katzen, welche bei Menschen leben, ist von Rasse zu Rasse unterschiedlich, liegt aber generell zwischen 15 und 20 Jahren. Wilde oder freilebende Katzen hingegen, werden in der Regel nur zwischen 2 und 4 Jahren alt. Die älteste bekannte Hauskatze wurde rund 38 Jahre alt.

Die Körpermaße von Hauskatzen schwanken stark, so liegen sie im Durchschnitt bei einer Länge von 46 bis 50 cm. Die Schwanzlänge liegt zwischen 25 und 30 cm. Die Schulterhöhe beträgt etwa 30 bis 35 cm. Länge und Widerristhöhe sind von Rasse zu Rasse verschieden und können stark voneinander abweichen.

Eine normale Katze wiegt im Durchschnitt etwa 4 kg, das Idealgewicht kann jedoch nach Rasse und Typ stark variieren und so von 2 kg bis hin zu 8 kg betragen.

Rasseneinteilung
Aktuell gibt es 107, von der World Cat Federation, anerkannte und zugelassene Rassen. Das Aussehen variiert stark und es gibt auch deutliche Unterschiede in Verhalten und Charakter. Bekannte Katzenrassen sind z.B.:

  • Bengal
  • British Shorthair
  • Chartreux
  • Heilige Birma
  • Maine Coon
  • Norwegische Waldkatze
  • Siam
  • Sphynx


Fortpflanzung
Die Geschlechtsreife von Kätzinnen liegt zwischen dem vierten und zwölften Monat, bei Langhaarkatzen auch öfters später. Die Rolligkeit bei Katzen dauert ca. acht bis zwölf Tage, wovon sie drei bis fünf Tage lang empfänglich ist. Ihr Eisprung wird erst durch den Geschlechtsverkehr ausgelöst.

Im Durchschnitt dauert die Trächtigkeit 63 bis 65 Tage. Die Anzahl der Jungen schwankt und liegt meist zwischen zwei und sieben. Erst in den letzten drei Wochen der Tragzeit sind die Kätzchen groß genug, damit man den veränderten Körperumfang der Katze äußerlich wahrnehmen kann.

Hat eine Katze geworfen, so kann sie kurz darauf wieder gedeckt werden und erneut Kätzchen bekommen.

Ernährung
Katzen sind Beutefresser und haben einen angeborenen, oft sehr ausgeprägten Jagdinstinkt. Deswegen stehen Mäuse ganz oben auf ihrem Speiseplan und stellen eine artgerechte Vollwertmahlzeit dar.

Das Angebot an handelsüblichem Katzenfutter beschränkt sich meistens auf folgende Futtertypen:

  • Trockenfutter
  • Nassfutter
  • Flockenfutter
  • B.A.R.F.


Die richtige Ernährung von Katzen ist also wichtiger Bestandteil ihrer Gesundheit und sollte viel Fleisch oder Fisch enthalten und nur wenig Kohlenhydrate. Ausserdem ist es vital, dass Katzen ausreichend Flüssigkeit aufnehmen, damit die harnabführenden Organe optimal unterstützt und versorgt werden.

Das Pferd

Herkunft, Verbreitung, Domestikation
Amerika gilt als das Ursprungsland der Pferde. Vor ca. 50 Mio. Jahren entwickelten sich die Pferde aus dem etwa fuchsgroßen Eohippus, welcher auf dem nordamerikanischen Kontinent angesiedelt war.

Irgendwo zwischen, Gelasium und Altpleistozän, eine genauere Bestimmung der Periode ist bis heute unbestätigt, wanderten die ersten Pferde über die Beringstrasse nach Eurasien, wo sie innerhalb weniger tausend Jahre den gesamten Kontinent besiedelten und auch nach Afrika zogen wo sie uns heute als Zebras bekannt sind.

Alle in Amerika lebenden Pferde starben hingegen gegen Ende der letzten Eiszeit in kürzester Zeit komplett aus. Die Wissenschaft hat bis heute keine Erklärung dafür.

Die Domestikation des Wildpferdes, die Stammform des Hauspferdes, begann wahrscheinlich gegen 4000 v. Chr. in der Eurasischen Steppe. 2000 v. Chr. wurde das Pferd zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das Pferd hatte auch bei den Ägyptern, den Griechen und den Römern einen mehr oder weniger hohen Stellenwert. Im Mittelalter gewannen Pferde an Bedeutung, durch Ihren Einsatz als Transport-, Reit- und Zugtier, welcher mit der Erfindung der Eisenbahn, des Automobils und der Industrialisierung im Allgemeinen noch verstärkt wurde.

Die Pferde (Equus) sind eine rezente Gattung der Familie der Einhufer (Equidae) und gemein unterscheidet man zwischen 3 Arten:

  • Pferd
  • Esel
  • Zebra


Das Hauspferd und der Hausesel, die domestizierten Formen des Wildpferdes respektive des Afrikanischen Esels, spielen als Last- und Reittier eine wichtige Rolle und sind weltweit verbreitet.

Heute finden Pferde vor allem Verwendung als:

  • Reit- und Zugtier
  • Fortbewegungsmittel
  • Gebrauchspferd
  • Sport- und Freizeitpferd
  • Fleisch- und Milchlieferant
  • Fell- und Lederlieferant


Körperbau, Körpermerkmale, Fell
Pferde sind meistens stämmige Tiere mit vergleichsweise großen Köpfen und langen Gliedmaßen. Dies rührt daher, dass das Pferd ein Fluchttier ist. Seine Physiognomie unterstreicht dies und zeigt ein Tier welches alle körperlichen Voraussetzungen mitbringt um lange Strecken, auf fast allen Untergründen, galoppierend oder trabend zurückzulegen.

Die Ohren eines Pferdes sind wie feine Antennen, die sich unabhängig voneinander in alle Richtungen drehen können. Jedes Geräusch in der Umgebung wird wahrgenommen und sehr schnell zugeordnet.

Das Pferd kann seine Nüstern, weit öffnen, um zum Beispiel einen fremden Geruch aufzunehmen. Der Geruchssinn der Pferde ist sehr ausgeprägt, so wittern Pferde Gerüche auch aus großer Entfernung. Die Tasthaare um die Augen, das Maul und die Nüstern herum dienen als hochsensible Härchen und sollen die besagten Stellen vor Fremdkörpern schützen.

Darüber hinaus nehmen Pferde auch Bodenbewegungen sehr empfindlich wahr, selbst wenn es nur leichte Erschütterungen sind.

Das Fell ist dicht und meist kurz. Die meisten Arten haben am Nacken, am Schopf und am Schwanz längere Haare, Langhaar genannt. Die Farben des Fells sind sehr unterschiedlich und präsentieren sich allgemein wie folgt:

Primäre Farbe Tönung Langhaar Füße Name
braun hell- bis
dunkelbraun
schwarz schwarz -
rotbraun hell- bis
dunkelbraun
hell- bis
dunkelbraun
hell- bis
dunkelbraun
Fuchs
schwarz schwarz schwarz schwarz Rappen
weiß weiß weiß weiß Schimmel


Ausserdem gibt es noch weitere Farbvarianten, wie z.B. Apfelschimmel oder Schecken.

Alter, Grösse, Gewicht
Die Lebenserwartung eines Pferdes in freier Wildbahn liegt im Durchschnitt zwischen 15 und 25 Jahren, vereinzelt sogar bei 30 Jahren. Ponys oder Pferde in menschlicher Obhut, können bis zu 40 Jahre alt werden. Das Alter der Pferde lässt sich anhand des Gebisses bestimmen, da es sich aus dem Grad der Abnutzung der Zähne ermitteln lässt.

Die Kopfrumpflänge der Pferde liegt bei 200 bis 300 cm. Der Schwanz wird in der Regel 30 bis 60 cm lang. Die Widerristhöhe der Pferde ist stark schwankend. So kann sie von etwa 70 cm für sehr kleine Rassen, bis hin zu 180 cm für sehr grosse Tiere variieren. Mit ihr ändert sich natürlich auch das Gewicht. Dieses kann von 200 kg bis hin zu einer knappen Tonne reichen, je nach Typ.

Rasseneinteilung
Es gibt weltweit über 200 verschiedene Pferderassen. Wie viele es genau sind ist schwer zu bestimmen.

Die Pferde werden generell nach Temperament und Körperbau kategorisiert. Demnach kann man folgende fünf Unterscheidungsmöglichkeiten zurückbehalten:

  1. Vollblüter - als Vollblutpferde bezeichnet man Pferde mit einem hohen, leichten Körperbau, welche sich durch ihr ausgeprägtes Temperament auszeichnen:
    • Araber
    • Englisches Vollblut
    • ...
  2. Warmblüter - als Warmblutpferd bezeichnet man Pferde die besonders geeignet sind für das Reiten, sowie als Wagen- oder leichtes Zugpferd. Die meisten Spring- und Dressurpferde sind Warmblüter:
    • Hannoveraner
    • Lipizzaner
    • Mustang
    • ...
  3. Kaltblüter - als Kaltblutpferd bezeichnet man Pferde welche sich durch ihr ruhiges, besonnenes Temperament auszeichnen. Durch ihre Körpermasse und Starkknochigkeit sind sie besonders geeignet für den schweren Zug:
    • Ardenner
    • Friese
    • Percheron
    • ...
  4. Halbblüter - als Halbblutpferd bezeichnet man Kreuzungen aus Warmblüter und Vollblüter.
  5. Ponys - als Pony bezeichnet man kleinwüchsige Pferde mit einer Widerristhöhe bis ca. 1,50 m:
    • Haflinger
    • Shetlandpony
    • ...


Fortpflanzung
Stuten sind mit 12 bis 18 Monaten geschlechtsreif, während Hengste zwischen 12 und 20 Monaten zeugungsfähig sind.

Die Tragezeit beträgt im Durchschnitt 330 Tage, was ca. 11 Monaten entspricht. Die Spanne kann jedoch von 320 bis 355 Tage variieren. Stuten sind nur alle 21 bis 24 Tage rossig. Der Fruchtbarkeitszyklus der Stute dauert im Durchschnitt drei Wochen, wovon sie rund fünf Tage rossig ist.

Ernährung
Auf dem Speiseplan der Urpferde standen zumeist Laub und Früchte. Das Klima war trocken und kalt. Das Land baumlos, eine Kaltsteppe oder auch Tundra, bewachsen mit Flechten, Moosen, Gräsern und mit Zwergsträuchern, wie Blaubeere, Preiselbeere, Cranberry, Rauschbeere und Heidekraut. In der Taiga wuchsen vor allem Nadelbäume, Lärchen, Fichten, Tannen und Kiefern, aber auch Birken und Weiden. Die Pferde mussten sich an die wechselnden klimatischen Bedingungen, die diesbezüglich wechselnde Vegetation und die damit verbundene Anpassung des Speiseplans gewöhnen.

Früher war die Ernährung der Pferde wesentlich vielfältiger, mit vielen Kräuter- und Gräsertypen. Heutzutage bestehen die Wiesen und Weiden meistens nur aus wenigen Gräserarten und bieten nur eine geringe Artenvielfalt, so dass die Pferdeernährung über die Jahre wesentlich einseitiger wurde.

Die Pferdefütterung umfasst heute Heu, Stroh, sowie diverse Alleinfutter und Ergänzungsfutter. Ein ausgewachsenes Pferd von etwa 500 kg Gewicht, kann bis zu 60 L Wasser am Tag trinken.

Die Ernährung ist ein komplexes Thema bei Pferden und sollte individuell und artgerecht abgestimmt sein und so nahe wie möglich am Vorbild der Natur erfolgen.


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